Allgemeines zum Zwischenreihenmulcher
Der Zwischenreihenmulcher ist ein Gerät zum Einsatz in der Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen wie z.B. Mais, Zuckerrübe, Ölkürbis, Sonnenblumen, Soja etc. mit variablen Reihenweiten von 50 cm bis 150 cm. Entgegen der herkömmlichen Bearbeitung zwischen den Pflanzreihen mittels Hackgeräten wird mit dem Zwischenreihenmulcher der Boden nicht bearbeitet, sondern das Unkraut bzw. eine angebaute Untersaat zwischen den Kulturreihen mittels horizontal rotierenden Messern bodennah gemulcht. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt vor allem in der Vermeidung von Bodenerosion.
Bodenerosion ist weltweit die größte Bedrohung der Ressource Boden. Gewitter und lang anhaltender Regen verfrachten wertvollen Ackerboden über Vorfluter und Straßen hinein in unsere Dörfer und Siedlungsräume. Nachrichten und Bilder über entstandene Schäden an Infrastruktureinrichtungen sowie Ablagerungen von Ackererde in Vorflutern und auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen gehen immer wieder durch die Medien. In Europa sind rund 16% der landwirtschaftlichen Nutzfläche, in Österreich ca. 380.000 ha, betroffen. Abgetragen wird vorwiegend die oberste und fruchtbarste Bodenschicht. Der Abtrag auf konventionell bewirtschafteten Flächen beträgt durchschnittlich ca. 6,87 Tonnen pro Hektar und Jahr über alle Kulturen, bei Mais bis zu 25 Tonnen. Durch die Änderung der Bearbeitung und den Einsatz des Zwischenreihenmulchers kann diese Erosion auf fast null reduziert werden.
Ein kurzes Beispiel für den Einsatz des Zwischenreihenmulchers im Maisanbau:
• Oktober: Anbau einer winterharten Untersaat im Herbst mittels Drillmaschine mit 12,5 cm Reihenabstand, jede 6. Drille (=75cm=Reihenabstand Mais) wird nicht gesät
• April: Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung mittels Hackstriegel
• April: Einsaat der Maisreihen in die nicht gesäten Drillen der Untersaat
• April: Einkürzen der Untersaat bei starker Entwicklung
• Mai: Bearbeitung der Maisreihen mittels Fingerhacke
• Mai: Erstmaliges mulchen der Untersaat und der aufgelaufenen Unkräuter mittels Zwischenreihenmulcher ab 20 cm Bestandshöhe
• Juni: Weitere Einätze mit dem Zwischenreihenmulcher bis zu einer max. Bestandeshöhe des Maises von bis zu 150 cm
Die Untersaat und der verbleibende Mulch über die gesamte Vegetationsperiode verhindern Bodenerosionen, verbessern die Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau und unterdrücken das weitere auflaufen von Unkräutern. Weiters wird durch die Bodenbeschattung die Bodenerwärmung gehemmt. Nachweislich stellen die Bodenlebewesen bei einer Bodentemperatur über 25°C ihre Tätigkeit ein. Aber vor allem wird der anfallende Niederschlag vom Boden besser aufgenommen.
Die multifunktionale Bewirtschaftungsweise, die durch den Zwischenreihenmulcher ermöglicht wird, ist vor allem für den Biolandbau interessant. Aber auch angesichts der allgemeinen Vorteile und der ständigen Debatte um chemische Unkrautbekämpfungsmittel (Glyphosat) könnte dies auch ein Weg für die gesamte Landwirtschaft sein, vor allem in erosionsgefährdeten Gebieten.
Die Erhaltung von fruchtbarem Ackerboden stellt für die heutige Gesellschaft ein Hauptanliegen dar, vor allem deshalb weil die Ressource Boden nicht vermehrbar ist. Ohne zukünftige Veränderungen der Bewirtschaftungsweisen wird ein beträchtlicher Teil unserer landwirtschaftlichen Nutzfläche zu einer ökologischen, aber auch ökonomischen Belastung für unsere Gesellschaft.